Der große Tag: Mein erster Halbmarathon

Heute ist nach knapp vier Monaten Training mein großer Tag gekommen. Um 10 Uhr heute morgen stand ich an der Startlinie vom Bienwald Marathon, um dort die Halbmarathon-Distanz zu bewältigen.

Mein Ziel: Halbmarathon unter 2 Stunden

Meine Zielzeit: Unter 2 Stunden. Diese magische 2 Stunden Grenze hatte ich mir zwar damals schon ausgemalt, als ich mit dem Training begonnen habe, aber erst mit dem Training daraufhin hab ich gemerkt, wie hart das ganze werden wird, wenn man im Oktober noch Grundlagentraining mit 7 min/km gemacht hat. Da erscheinen Kilometersplits jenseits der 5:30 irgendwie utopisch. Aber ich habe ja gelernt, meinem Trainer zu vertrauen. Und wenn der das sagt, wird es schon klappen ;). Zugegeben, es gibt bestimmt bessere Zeitpunkte, mit Lauftraining zu beginnen als über den Winter, wo es gefühlt immer dunkel ist. Außerdem musste ich deshalb einen großen Teil meines Trainings auf dem Laufband machen, was jetzt auch nicht wirklich spannend war.

Und nun stand ich also hier in Kandel am Start und wusste, ich muss gleich richtig schnell laufen. Und das, ohne eine Ahnung zu haben, wie ich mich in der 2. Hälfte des Laufs fühlen würde. Denn eine Stunde in dem Tempo hatte ich schon im Training gemacht, aber eben keine zwei. Egal, der Trainer sagt, die Intervalle und Tempoläufe reichen dafür aus, also wirds schon passen. Zur Not würde er halt schuld sein, wenn es sich nicht ausgeht! Glücklicherweise hatte Jörg sich bereiterklärt, mit mir mitzulaufen, um die Pace zu machen, was natürlich voll der Luxus für mich war.

Das Rennen

Nach dem Startschuss liefen wir gleich in unserem Wettkampftempo los. Wir hatten einen Plan, und den galt es jetzt umzusetzen. Die ersten Kilometer fühlten sich fantastisch an. Wir haben unterwegs sogar noch Fotos gemacht und ich konnte mich problemlos mit Jörg unterhalten. Jörg musste mich sogar mehrfach dran erinnern, dass ich nicht überpace, damit hintenraus kein Einbruch kommt. So konnte es weiter gehen. Bis Kilometer 13 ging es dann auch ganz gut. Ab Kilometer 15 wusste ich, dass ich meine Zielzeit erreichen werde. Das machte das ganze für mich etwas entspannter, zu wissen, dass ich mir nun auch einen Einbruch erlauben konnte ohne mein Ziel zu verfehlen. Wir schafften es sogar, das Tempo einigermaßen zu halten. Und dann kamen die letzten 3 Kilometer. Irgendwie hatte ich jetzt das Gefühl, keine Power mehr zu haben und wollte einfach nur noch, dass die Ziellinie endlich kommt. Ich zählte die Sekunden, bis ich endlich ins Bienwald Stadion einlaufen konnte. Dort mussten alle Läufer noch eine Runde drehen, bevor es über die Ziellinie ging. Unendlich stolz sah ich dort schon eine Zeit mit 1:54, die dann durch die Nettozeitberechnung sogar noch nach unten ging auf 1:53:48. Hammer.

Nach dem Rennen

Als sich meine Herzfrequenz etwas beruhigt und ich mir ein paar Isodrinks reingeballert hatte, ging ich zum Auto um mich umzuziehen. Besser gesagt humpelte ich dahin, denn jetzt tat mir wirklich alles weh, was es in meinen Beinen so gibt. Glücklicherweise wurde das recht schnell wieder besser. Wir gingen zurück ins Stadion wo wir auf einen Athleten warteten, der den Marathon lief und das Ziel hatte, unter 3 Stunden zu finishen. Als auch er sein Ziel erreicht hatte, ließ ich mir natürlich noch eine Urkunde ausdrucken und holte mir eine Medaille von meinem ersten Halbmarathon. Dann gings zurück nach Hause, wo ich mich so sehr wie selten zuvor auf eine Dusche freute!